Direkt zum Abschnitt: Anfang, angekommen, die Villa, die Party läuft, Francois Misserfolg, schlagende Verbindungen, die Party geht weiter, die Hemmungen fallen, am Ende warten.
Wo steckt Francois? Er ist auf der Tanzfläche und versucht sich an eine zierliche blonde in einem türkisfarbenen Kleid heran zu machen. Es scheint so halbwegs für ihn zu laufen. Ich schaue mir das Ganze eine Weile an und beschließe mir noch einen Drink zu holen. Und wieder, beim Anstehen bekomme ich einen netten Kontakt. Diesmal werde sogar ich angesprochen. „Was studierst du“, ist ihre Eröffnung. Der Spruch ist einfach und scheint hier Standard zu sein. Sie heißt Daniela, kommt mit recht hohen Absätzen auf knappe 1,75, hat braune Haare, braune Augen. Sie trägt klassische Jeans und ein ziemlich enges Top mit ansprechendem Ausschnitt. Ich erkläre ihr in lockere Worte verpackt, dass ich gar nicht studiere und auch nicht direkt in der Stadt wohne. Ihr Blick kann schon ziemlich arrogant wirken, aber sie ist ansonsten ganz nett. Sie studiert BWL im fünften Semester. Während sie erzählt, tätschelt sie mich am Oberarm. Ich suche nach einer passenden Möglichkeit, den Kontakt zu erwidern. In dem Moment kommt Francois. Er hat wohl auf der Tanzfläche einen Korb bekommen. Jetzt muss er mir ganz dringend etwas verdammt Wichtiges erzählen. Wahrscheinlich will er nur nicht alleine dumm rum stehen und textet mich deswegen zu. Auch Daniela fühlt sich gestört und verabschiedet sich mit den Worten: „Man sieht sich“.
Ich motze Francois an. Dieser hat schon zwei Körbe am Abend bekommen, er ist aber trotzdem überzeugt, dass er es noch schafft. Bei seinem zweiten Versuch kann er vom Glück reden, dass er nicht Probleme bekommen hat. Er hatte ein Mädel auf der Tanzfläche angemacht. Die lehnte freundlich ab, mit der Begründung, sie habe schon einen Freund. Francois hielt das zunächst für eine Ausrede. Sein Konter: „Ich sehe keinen Freund“, und er hat es weiter probiert. Nach dem ersten Kussversuch ist der Freund dann aber tatsächlich aufgetaucht. Allerdings war der Typ locker drauf und Francois hat keinen Stress bekommen.
Insgesamt ist die Stimmung auf der Party wirklich ausgelassen. In den Ecken stehen schon einige knutschender Pärchen. Auf der Tanzfläche lässt sie grade eine gewaltig feiern. Sie tanzt mit einem Typen sehr eng und wechselt kurze Zeit später den Partner. Mittlerweile ist sie von Typen umringt, die danach gieren, auch mal auf deutlich mehr als Tuchfühlung mit ihr zu gehen. Auf jeden Fall hat sie es geschafft, sich in den Mittelpunkt zu stellen.
Francois verabschiedet sich Richtung WC, ich stehe im Eingangsbereich und beobachte das Treiben im Saal. An der Tür steht immer noch Pedro. Grade diskutiert er mit einer Gruppe von drei Typen, der Wortführer trägt einen grauen Pulli, hat tonnenweise Gel in den Haaren und man sieht auf fünf Meter Entfernung, dass er eingebildet ist. Zwei Minuten später schieben sich die Typen ohne zu zahlen an Pedro vorbei und drängen in den Saal. Sie gehen an mir vorbei und stehen nun zwei Meter neben mir. Pedro gestikuliert aufgeregt und ruft seine Brüder zu sich. Nun eilen fünf der Verbindungsbrüder an mir vorbei. Sie stürzen sich zu dritt auf den Wortführer, wollen ihn Packen, er wehrt sich, sie schmeißen ihn zu Boden und verabreichen ihm ein paar Schläge. Einer der Brüder schreit: „Es reicht, schmeiß ihn raus“. Der Eindringling wird an mir vorbeigeschleift. Seine Freunde schauen entgeistert drein und gehen freiwillig. Irgendwie sind alle Verbindungen schlagende Verbindungen. Kaum einer der Feiernden hat den Zwischenfall mitbekommen. Vom Eingang höre ich Rufe, schon wieder sind die Brüder in heller Aufregung. Francois kommt grade vom Klo, sie rufen ihn zu sich. Ich gehe vor und schaue was passiert ist. Vor der Tür steht Pedro, er hat eine dicke Platzwunde am Kopf und blutet. Auf dem Boden liegen Scherben. Einer der Eindringlinge hatte auf der Zaunmauer stehende Flasche genommen und sie Pedro übergezogen. Francois wir gebraucht, um Pedro in das Krankenhaus zu fahren. „Ich bin in einer Stunde wieder da, falls du an dein Zeug ran möchtest, Pedros Zimmer ist offen“, ruft er mir zu und läuft Richtung Auto. Zwei Mädels, Daniela und noch eine andere, stützen Pedro und begleiten ihn zum Auto. Einer der Brüder murmelt: „Für Pedro war das wohl die Party, die behalten den erst mal da“, und schiebt mit dem Schuh ein paar Scherben beiseite.
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