Kurz vor 11 Uhr abends, mit einer ordentlichen Portion Dosenravioli gestärkt sind wir schon wieder in Playa d’en Bossa, diesmal nicht am Strand, sondern auf der Hauptstraße, der Carretera Platja d’en Bossa. Es ist Zeit das Nachtleben zu erkunden. Die fantastische Atmosphäre am Strand lässt einiges erhoffen. Schon wieder habe ich bereut, nicht direkt in einem der Hotels direkt in Playa d’en Bossa zu wohnen. Überraschung- ein attraktives Girl spricht uns an. Sie empfiehlt uns, heute Nacht in das Pascha zu gehen. Allerdings gibt sie uns den Tipp nicht, weil sie uns toll findet, sondern weil Sie Eintrittskarten verkaufen möchte. Wir lehnen ab und gehen weiter. Eine Bar reiht sich an die andere und überall werden Tickets verkauft. Wir gehen die Straße entlang. Heute ist Space Opening, das heißt, es ist die erste Party im Jahr. Überall hängen Plakate für die Party. Wir sind grade am Überlegen, ob wir nicht doch schon am ersten Tag richtig feiern wollen, da spricht uns ein tanzender Ticketverkäufer an. Nur 45 Euro pro Ticket. Wir schauen uns an und ich sage „ja“. Der Ticketverkäufer sagt, er müsse grade noch seinen Boss holen, der die Tickets habe. Wir warten einen Moment. Er ist schon wieder da, allerdings ohne Boss. Er redet etwas mit uns, verschwindet nochmal kurz und teilt uns mit, dass die Tickets 50 Euro kosten und sein Boss sofort da ist. Etwa fünf Minuten später kommt dann auch der Boss angehastet. Er redet hektisch mit seinem Angestellten. Er erklärt uns, dass die Party die beste sei und ein Ticket 55 Euro kostet. Und schon ist er einer Gruppe anderer Interessenten zugewandt. Ich zücke einen Hunderter und einen Zwanziger. Er schaut in seine Tasche kein, Wechselgeld, oh, einer der anderen Gruppe schwatzt dazwischen, er verkauft, er verkauft ihnen vier Tickets, stopft ein Bündel Scheine in seine Tasche, zieht ein anderes Bündel heraus und fragt, wie viel Wechselgeld wir bekommen. Bevor ich antworten kann, gibt er mir einen Zehner und zwei Tickets und ist verschwunden.
Wir gehen weiter … mit zwei Tickets in der Tasche. Irgendwie fühle ich mich verarscht, zum einen der ständig steigende Preis, zum anderen hat er mir garantiert falsch Wechselgeld herausgeben. Ich schaue in meine Tasche … und stelle fest, dass 130 Euro zu viel darin sind. Er hatte das Geld für die Karten noch nicht genommen und mir nur das Wechselgeld gegeben.
Die Musik im Club war gut. Ich persönlich mag ja eigentlich RnB lieber als Techno, aber das Techno im Club hat mir auch gefallen. Leider waren die Mädels alle auf Tanzen und Musikhören aus, und nicht auf Flirten. RnB Clubs sind definitiv kommunikativer. Ein paar Engländerinnen hatten uns zwischendurch kurz geschnappt und ihren Arm um uns gelegt. Aber nur um ein Foto von uns zu machen … Ziel war wohl, den Leuten zuhause Fotos mit coolen Typen zu zeigen. Dann mussten sie aber schnell weiter zu den Beats abtanzen. Die Clubs werden offensichtlich in erster Linie von Musikfreaks besucht. Doch wo kann man dann Kontakte knüpfen? Am einfachsten muss es wohl sein, in Hotelanlagen direkt jemanden anzubaggern. Schade nur, dass wir in einer Finca wohnen und nicht in der Hotelanlage.
Heute Abend steht jedenfalls nicht Clubbing auf den Plan. Mo und Eugen wollen gemütlich Grillen. Es ist nicht die große Party, die ich und Steve organisieren sollen, die ist erst für den letzten Abend geplant. Wir sind der Meinung, dass man erstmal vor Ort ein paar Leute kennenlernen muss, bevor man eine Party schmeißen kann.
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