Die Bewohner von 217 wollten vor dem Essen auch noch ein Bierchen trinken. Und da war der Barkeeper etwas verwundert, warum schon sechs Bier auf das Zimmer aufgelaufen waren. Zunächst verdächtigte er die die richtigen Bewohner. Dann erinnerte er sich aber an François, der noch gemütlich am Pool mit den beiden Bier saß … François‘ Verhängnis.
Eugen und Mo waren auch nicht grade gut gelaunt. Die beiden hatten schon ohne uns zu essen angefangen. Wir holen uns Steaks vom Grill und Bier. Mo ruft: „Wer zu spät kommt, ist heute Abend Kellner. Steve, eine Runde!“ Na, was macht man nicht alles für eine kostenlose Unterkunft. Ich bringe vier Bier mit und mache gute Miene zu dem Unsinn.
Das Essen ist sehr lecker. Die Stimmung steigt nicht, nur der Alkoholpegel geht hoch. Irgendwie bin ich ziemlich fertig von dem ganzen Tag. Bald steigen wir von Bier auf Wodka um. François schwärmt von der Party in der Finca, die wir organisieren werden, und hat schon viele Ideen, was wir machen könnten. Zunächst redet er, später kann man es nur noch lallen nennen. Mo ist noch halbwegs nüchtern und ganz begeistert von dem Esoterikbuch, dass er als Urlaubslektüre gewählt hat. Er glaubt , nun mit dem Jenseits kommunizieren zu können.
Irgendwann liegen François und ich fertig auf dem Sofa im Wohnzimmer herum. Auf der Terrasse sitzen noch Eugen und Mo. Irgendwann sucht Mo Teelichter und malt auf einem großen Blatt Papier etwas- ein Pentagram. Nun fängt er an, etwas in sich hineinzumurmeln und rückt Kerzen. Ich versuche, mir die Geisterbeschwörung vom Sofa aus anzuschauen. Aber das Sofa dreht sich einfach zu schnell.
Eugen und Mo waren der Meinung, dass wir einmal etwas gemeinsam unternehmen sollen. Und so kommt es, dass wir alle vier jetzt auf einem Ausflugsboot mit etwa 40 anderen Touristen entlang der Küste herumschippern. Neben der Fahrt an sich ist ein Hippiemarkt in Sant Eularia des Riu das Ziel.
Vorbei geht es an Stränden, Felsen und Hotels, vorbei an der Festung von Ibiza Stadt, Eivissa. In früheren Zeiten mussten die Menschen unglaublich Angst gehabt haben, dass andere ihnen ihre Insel wegnehmen, sonst hätten sie nicht soviel Arbeit in das Errichten dieser Burg gesteckt. Weiter fährt das Boot entlang einer relativ menschenleeren felsigen Steilküste.
Nach etwa anderthalb Stunden sind wir am Ziel angekommen. Der Markt ist voll mit Touristen. Mo ist begeistert von der reichen Auswahl Hippieschmuck. Eugen gefällt, dass er hier sinnlose Geschenke für seine Eltern und andere Leute kaufen kann. Ich bin gelangweilt. Eine Band mit alternden Hippies spielt Hippiemusik. Auf dem Rückweg kommt etwas Schwung in die Bootstour, aber auch nur etwas. Der stark übergewichtige Kapitänshelfer schenkt Sekt aus. Die Gäste sind begeistert. Dazu dröhnt aus völlig übersteuerten Lautsprechern Housemusik. Der Kapitän hat sich zwei hübsche Mädels herausgesucht. Er macht sich wichtig, indem er ihnen heftig gestikulierend alles über Seefahrerei erklärt. Nun übernimmt eins der Mädels das Steuer. Das Boot ändert von Zeit zu Zeit abrupt den Kurs und fährt auf die Felswände zu bis es kurze Zeit später wieder ebenso abrupt in die andere Richtung abdreht. Trotz allem kommen wir heil am Ziel an.
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