Die bunt gemischte Reisegruppe ist nach einem anstrengenden, dafür aber sehr günstigen, Nachtflug gelandet. Zielgerichtet schreitet Eugen auf den Mietwagenschalter zu und 15 Minuten später sind wir in der Finca. Sie liegt in einem Ort, der sich Sant Jordi nennt. Ort kann ich allerdings weit und breit keinen erkennen. In dem recht kargen Land steht alle paar hundert Meter eine Finca, dazwischen befinden sich Freiflächen mit gelbem Gras, Gestrüpp und Bäumen. Schon Anfang Juni wirkt alles sehr vertrocknet. An jeder Fläche steht ein Schild, mit einer Aufschrift, die so etwas „Privatwiese, betreten verboten“ bedeutet. Es ist sehr ruhig, Strandblick gibt es keinen, dafür aber beste Aussicht auf felsige Berge, die ebenfalls sehr spärlich mit Gestrüpp bewachsen sind. Zum nächsten Strand sind es vier Kilometer, zur Partyhochburg Playa d’en Bossa rund sechs.
Die Finca steht von dem Hauptweg zurück versetzt. Außerdem ist der Hausgarten durch eine Mauer zu Straße hin abgegrenzt. Die anderen Seiten sind offen, doch da ist nichts- außer Gestrüpp. Der Garten um das Haus selbst ist sehr gepflegt. Grünes Gras, ein kleiner aber sauberer Pool, der Hausmeisterdienst macht seine Arbeit sehr ordentlich. Das Haus ist einstöckig. Zum Garten hin ist ein großes Wohnzimmer mit einer Fensterfront. Dann kommt eine Küche und nach hinten hinaus sind drei Schlafzimmer. Eins für Eugen, eins für Mo, eins für François und mich. Das Sofa im Wohnzimmer kann wohl auch noch ausgezogen werden und als Schlafgelegenheit genutzt werden, sodass bis zu 8 Leute in das Haus passen können.
Nun verstehe ich auch, warum Eugens Eltern die Finca von März bis Mai an Rentner vermieten. Das Haus ist wirklich schön. Aber unter einem Ibiza Urlaub hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Warum sind wir nicht einfach in ein Hotel gefahren, wo viele Leute sind, die Lust auf Party haben? Ich glaube, es war eine Fehlentscheidung bei der Reise mitzumachen. François schaut auch etwas skeptisch drein. Die anderen beiden dagegen sind schon mit der Torautomatik beschäftigt. Mo erklärt, dass man das Tor zum Garten auch mit einem Smartphone steuern könne, man müsse nur die richtige Frequenz herausfinden …
Gut dagegen ist die Idee, dass wir alle zusammen noch am Nachmittag an den Strand fahren. François schafft es, die beiden davon zu überzeugen, nach Playa d’en Bossa zu fahren. Bevor es losgeht, ist aber erst einmal Koffer auspacken angesagt.
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