erfolglose_nacht

Teil 2:
Erfolglos von Mitternacht bis in den frühen Morgen
(von Steve Regatear)

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Direkt zur Uhrzeit: 16:30 , 17:00, 18:00, 19:00, 20:00, 21:00, 22:00, 23:00, 0:00, 1:00, 2:00, 3:00, 4:00, 5:00.

0:00

Ganz nah am Ziel. Wieder ein Gewerbegebiet, diesmal aber das der zweitgrößten Stadt der Region. Francois hat keinen Bock nach dem Feiern zu tanken, Benzin versteht sich, und ich hab keinen Bock für das Tanken im Club, Bier versteht sich, mein ganzes Geld loszuwerden. Die Tanke an der Ecke wird unseren Anforderungen gerecht. In der Tanke ist auch Party angesagt. Allerdings nicht unbedingt unsere bevorzugte Partycrowd! Männer um die fünfzig verbringen dort ihr Wochenende, und das, obwohl sie gar kein Auto haben. Der Tankstellenmitarbeiter achtet drauf, dass die Party nicht ausufert. Er erklärt einem: „Sag deinem Freund, dass er sich hier nicht mehr daneben benehmen kann. Sonst darf er hier nichts mehr trinken. Ich bin kein Unmensch, ich verkauf ihm dann noch Bier, aber trinken darf er es hier nicht mehr.“

Zu uns ist er freundlich. Zwei Dosen Rotes Pferd, oder war es Fliegender Bulle, dazu zwei Bier für mich und wir sind weg. Das Gute: Nach vier Bier schaffe ich es fast, das fünfte auf ex zu trinken. Als wir in das Auto einsteigen, sehen wir einen Bus vorbeikommen, der Richtung Disco fährt. Schon von außen sieht man: Lauter scharfe Girls sind dorthin unterwegs, ich wusste es.

Wir fahren den letzten Kilometer zur Disco. Der Parkplatz dieser ist schon voll. Nervig, aber nach einiger Zeit finden wir noch ein Schlammloch, in das niemand sein Auto stellen wollte. Francois eigentlich auch nicht, aber irgendwo müssen wir das Ding ja abstellen. Da ist noch das zweite Bier aus der Tanke. Auch das wartet darauf, abgeext zu werden. Allerdings ist mein Zug diesmal nicht ganz so gut. Ich packe es nicht, das Zeug aus der Dose läuft mir über die Klamotten und ich spucke einen Mund voll ins Auto. Francois ist halb belustig, halb verärgert und bedenkt mich mit Beschimpfungen. Keine 30 Sekunden später steigen wir aus und ich hab Grund zum Lachen. Francois steht im Schlamm. Einmal Schuhe waschen steht dann wohl morgen auf dem Programm.

01:00

Heute Abend ist wirklich die angesagteste Party in der Disco. In der Schlange vor dem Eingang stehen mindestens 100 Leute an. Vorwärts geht es nur sehr schleppend. Was man da so sieht, kann aber durchaus Freude bereiten. Hier hohe Stiefel, dort knallenge Jeans oder sogar noch engere Hosen. Und natürlich ein paar nervige Typen dazwischen. Nach einer geschlagenen dreiviertel Stunde, es ist mittlerweile halb zwei, haben wir es geschafft. Wir stehen vor dem Türsteher. Und der begrüßt uns mit: „Nicht bekannt“. Total Unsinn, wir sind Stammgäste. Der Versuch eine schlüssige und überzeugende Argumentationskette aufzubauen, wird nach dem ersten Halbsatz erstickt: „HAAALOOO, macht jetzt Platz für die Gäste.“

02:00

Glücklich wer einen Plan B hat. In derselben Ecke, drei Autominuten entfernt, gibt es eine weitere Großraumdisco. Als die Amis noch da waren, war der Laden das Nonplusultra, erzählt man sich. Wir laufen zurück zum Parkplatz, Francois steigt diesmal über die Beifahrerseite ein. Wir fahren ein paar Straßen durch das Gewerbegebiet. Wenige Minuten später stehen wir vor dem zweiten Club. Keine Schlage, leere Parkplätze. Ein Traum!? Irgendwie schon suspekt. Immerhin begrüßen vier Bodybuilder mit Glatzen und Narben im Gesicht den Türsteher per Handschlag. Umarmen ihn und gehen rein. Francois regt an, Plan C weiter zu verfolgen. Die ganzen heißen Girls sind in der Disco von Plan A, da bleibt für den zweiten Laden nichts mehr übrig.

03:00

Wieder auf der Autobahn. Ziel: Eine Großraumdisco irgendwo in Suburbia. Dumm nur, dass wir den Namen des Ortes, den wir suchen, nicht genau kennen. Ein getunter Assi-Schlitten rauscht mit 180 und mehr auf dem Standstreifen an uns vorbei. Gegen drei sind wir dort. Der Parkplatz ist mäßig gefüllt. Vor der Tür liegt ein vielleicht 18-jähriger und er erbricht sich. Die Sanitäter sind schon da und werden ihn gleich ins Krankenhaus mitnehmen. Der Türsteher ist freundlich, gegen die Zahlung von 10 € sind wir drin.

Der Club ist mäßig voll. Der Typ, den wir vor der Tür liegen gesehen haben, scheint einer der älteren Gäste gewesen zu sein. Irgendeine Party in Kooperation mit einer der ortsansässigen Schulen steigt heute. Das erklärt auch die recht jugendfreundlichen Einlassregeln. Immerhin schafft es der Veranstalter mit dem Konzept den auf, grob geschätzt, 2.000 Leute ausgelegten Laden zu etwa einem Viertel voll zu bekommen.

04:00

Ein kurzer Besuch. Ohne Bändchen, die alle Schüler, aber natürlich nicht wir, haben, sind die Getränke einfach zu teuer. Und die Stimmung ist mies. Außerdem kennen sich die anderen Anwesenden untereinander. Keine Anknüpfungspunkte für uns. Uns selbst wenn die Chance bestände, doch mit jemanden in Kontakt zu kommen, die sind alle zu jung.

05:00

Zurück zuhause! Wenn wir es in die Disco rein geschafft hätten, wäre ich bestimmt jetzt in netter weiblicher Begleitung, aber wir sind nicht rein gekommen…. Ja, das hat man in der Schlange, gesehen, die waren alle so was von heiß, da hätte man gar nicht viel machen müssen. Aber dummerweise sind wir ja nicht rein gekommen... Mir fällt ein, dass es sogar ein ziemlich uncooler Bekannter vor einigen Wochen auf einer Party der Partyreihe geschafft hat, ein Girl klar zu machen, und der hat flirttechnisch gar nichts drauf. Aber wie gesagt, das hätte ich mit Sicherheit auch geschafft, das Problem war eigentlich nur, dass wir nicht rein gekommen sind… meine Gedanken kreisen noch eine gute halbe Stunde, bis ich einschlafe.

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