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Steves suburbane Odyssee-
Eine erfolglose Nacht unterwegs mit Steve
(von Steve Regatear)

Damit ich hier keinen falschen Eindruck erwecke… ich reiße nicht jedes Wochenende eine auf! Gar nicht selten läuft es nicht so, wie ich es mir wünsche. Neben den Nächten, in denen man eine heiße Lady am Haken hat und es kurz vor dem Ende noch vermasselt, gibt es auch diejenigen Nächte, in denen man erst gar nicht dazu kommt, eine anzugraben. Aber so eine Nacht kann durchaus auch ganz amüsant sein, zumindest im Rückblick.

Direkt zur Uhrzeit: 16:30 , 17:00, 18:00, 19:00, 20:00, 21:00, 22:00, 23:00, 0:00, 1:00, 2:00, 3:00, 4:00, 5:00.

16:30

Endlich Feierabend, es reicht für diese Woche! Wenigstens hab ich seit ich nicht mehr Azubi bin, ein bisschen mehr Kohle. Heute Abend geht es mit meinem Kumpel Francois auf die Piste. Praktischer Weise wird er fahren.

17:00

Der Bus hatte wieder einmal Verspätung. Aber egal, das Wochenende hat angefangen. In meinem Apartment angekommen, hau ich mich erst einmal aufs Ohr, damit ich Energie für heute Nacht hab. Vorher stopfe ich noch eine Packung Kekse in mich rein.

18:00

Zwei Stunden Schlaf müssen sein, um partyfit zu werden. Die Leute über mir scheinen dagegen noch dringend Wäsche waschen zu müssen. Zumindest nervt die Waschmaschine, die beim Schleudern Geräusche macht, als würde sie durch den ganzen Raum über mir hüpfen. Ruhestörung! Auch nicht besser sind meine Eltern, die mich freundlicherweise anrufen, um mir ein schönes Wochenende zu wünschen. Na gut, dann halt zwei Stunden Schlaf aufgeteilt in mehrere Abschnitte.

19:00

*schnarch*

20:00

Ohrrgh, fit bin ich jetzt nicht wirklich, aber das wird bestimmt noch. In einer Stunde kommt Francois. Also, aufstehen und fertig machen. Mein Motto: "Dress to impress", zumindest auf der Party. Von daher dauert es im Bad auch ein bisschen länger, vor allem, wenn man einen dicken Schädel hat- dabei habe ich noch gar nichts getrunken. Unter der Dusche schlaf ich fast ein.

21:00

Um neun Uhr wollte Francois da sein. Ich komme 13 Minuten nach neun aus dem Bad heraus. Glücklicherweise hat Francois 17 Minuten Verspätung. Ein Handschlag zur Begrüßung. Ich biete ihm Cola, Orangenlimo und O-Saft an. Er wählt O-Saft mit Wasser. Ich gönne mir das erste Bier für den Abend.

Wir reden ein wenig über die Woche, dann wollen wir noch ein bisschen an unserer Webseite arbeiten. Der Typ, der die Programmierung der Onlinespiele macht, hat etwas fertig gestellt. Das wollen wir uns anschauen.

22:00

Das erste Bier ist alle, das zweite halb voll, wir haben unserem Programmierer eine E-Mail geschrieben, dass er sich sein Game noch mal anschauen soll, bevor er es online stellt. Heute wollen wir uns die volle Ladung Großraumdisco geben. Es ist zwar ein bisschen Fahrerei, um hin zu kommen, aber bei der Party, die heute angesagt ist, wird der Laden voll von sexy Ladys mit kurzem Rock und hohen Stiefeln sein. Garantiert! Sogar ein Bekannter, der total uncool ist, hat uns erzählt, dass er auf einer Party der Reihe eine klar gemacht hat! Also, dann mal los. Ich mache das zweite Bier leer. Für die Fahrt rechnen wir mit einem Verbrauch von 2 Litern pro 100 km, sparsam, oder? Bei 50 km Fahrstrecken sollten zwei Flaschen Bier zu einem halben Liter als Wegzehrung reichen. Für Francois packen wir sogar eine 1,5 Liter Flasche Wasser ein.

Los geht es über die Autobahn durch die Region. Auf der Pendlerautobahn ist es recht leer. Ein getunter Assi-Schlitten rauscht mit 180 und mehr auf der Überholspur an uns vorbei. Langsam werde ich auch wach und mein Magen meldet sich. Ich beschwatze Francois, die nächste Ausfahrt zu nehmen.

23:00

Ein Schnellrestaurant unweit der Autobahnausfahrt in einem suburbanen Gewerbegebiet eines Ortes, dessen Namen man sich nicht merken braucht. Ehrlich gesagt hab ich den Ort auch noch nie gesehen, sondern immer nur das Schnellrestaurant bei Nacht. Von daher kann ich nicht einmal bestätigen, ob es zu dem Schnellrestaurant und den 2 Großmärkten an der Autobahnausfahrt überhaupt einen Ort gibt, in dem Menschen leben gibt. Ein Indiz ist die Clique Jungendlicher, die am Rand der Straße –Gehweg hat man sich hier gespart- Richtung Schnellrestaurant unterwegs sind. Anscheinend hat auch sie der Hunger gepackt.

Das Schnellrestaurant ist es recht leer. Ich gönn mir den ganz dicken, schmackhaften Burger mit Speck und bekomm sogar noch ein rosa gefärbtes Glas dazu. Die Kartoffelecken sind aus, der Burger wird aber frisch für mich gemacht. Mittlerweile sind auch die Jugendlichen eingetroffen. Fünf Typen, und sie haben sogar zwei Frauen am Start. Viel zu jung! Am Autoschalter kommt ein Assi-Wagen vorbei, aber ein anderer als vorhin.

Francois will weiter und wird nervös. Als ich richtig satt und fertig zum Aufbruch bin, verzögert sich die Weiterfahrt aber, weil Francois erst einmal eine Kippe rauchen muss, um seine Nervosität abzubauen. Wir stehen auf dem Parkplatz, er raucht, ich trinke das zweite Bier für die Fahrt und das vierte für den Abend. Auf dem Parkplatz des gegenüberliegenden Großmarktes stehen zwei verbeulte Lieferwagen. Zwischen den Wagen huschen Schatten hin und her, die irgendetwas umladen.

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