Als Aphrodisiakum, (Mehrzahl: Aphrodisiaka) wir ein Mittel bezeichnet, welches die Lust auf Sex erhöht. Der Begriff ist von dem Namen der Liebesgöttin Aphrodite abgeleitet.
Schon seit langer Zeit suchen Menschen nach einem Mittel, das zur Steigerung der eigenen Lust und vor allem zur Verführung anderer eingesetzt werden kann. Die Spanne der Mittel, denen aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird, reicht von alltäglichen Gewürzen über skurrile Mischungen bis hin zu chemischen Drogen.
Bei manchen Mitteln ist eine Wirkung pharmazeutisch nachzuweisen, bei anderen dagegen nicht. Dennoch können medizinisch nicht wirksame Mittel letztendlich doch wirken, da Lust vor allem im Kopf entsteht. Wenn der Konsument glaubt, es würde wirken, dann wirkt es auch aufgrund psychologischer Effekte.
In der Antike wurden angeblich Mittel aus Krokodilfleisch, zermahlenen Eidechsen, Schlangenblut und anderen ungewöhnlichen Zutaten hergestellt, um die Lust zu steigern. Außerdem gab es schon damals eine Reihe von Kräutern und Pflanzen, die den Ruf hatten enthemmend zu wirken. Teilweise handelte es sich dabei um ausgesprochen giftige Pflanzen.
Heute arbeitet die Pharmaindustrie an der Erforschung von chemischen Aphrodisiaka. Ein Wundermittel, das sofort nach der Einnahme bei jedem Lust erzeugt, wurde noch nicht gefunden. Es ist weiterhin ethisch fraglich, ob es wünschenswert ist, ein derartiges Mittel zu erfinden. Die aktuelle Forschung versucht, den Hormonen und Botenstoffen auf die Spur zu kommen, die im Gehirn die sexuelle Erregung steuern. Die Wirkung der getesteten Stoffe ist allerdings nicht genau vorhersehbar, sodass sich bei den bisher erforschten Mitteln häufig Nebenwirkungen einstellen.
Für den privaten Gebrauch scheiden sowohl zermahlene Eidechsen als auch Drogen aus den Labors der Pharmakonzerne aus. Dennoch gibt es viele frei verfügbare Mittel, denen aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird: Spargel, Austern, Schokolade und Muskatnuss.
In Schokolade wurden Substanzen nachgewiesen, deren Wirkung der von THC, dem Wirkstoff von Cannabis, gleicht. Allerdings müssten mehrere Kilo Schokolade verzehrt werden, um eine ausreichend hohe Dosis zu bekommen. Muskatnuss kann, wenn sie in starken Mengen verzehrt wird, berauschend wirken. In der Regel setzen allerdings lange bevor eine Wirkung zu spüren ist, Brechreiz und Vergiftungserscheinungen ein.
Auch geringe Alkoholmengen können enthemmend wirken, übermäßiger Konsum dagegen ist kontraproduktiv.
Der einzige akzeptable Weg, Speisen und Getränke als Verführungsmittel einzusetzen, ist daher, auf die psychologische Wirkung zu vertrauen. Geschickte Verführer weisen bei einem Candle-Light-Dinner an geeigneter Stelle unauffällig auf die angebliche Wirkung einer bestimmten Speise hin. Und mit einiger Wahrscheinlichkeit tut der Hinweis seine Wirkung. Außerdem hilft wohlschmeckendes und nicht zu üppiges Essen, sich zu entspannend und wirkt zufriedenheitssteigernd.
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